Schon im Spätmittelalter hatte durch die Kreuzzüge der Granatapfel auch als Stoffmuster Einzug in die gotische Malerei gefunden. Mit den ersten Orientreisenden und Napoleons Ägypten-Feldzug entstand der Orientalismus (mit Delacroix's und Ingres' Darstellungen) und die Ägyptenmode - eingefärbt durch die 'westlich-zivilisatorische Brille' von Überlegenheit auch mit dem Motiv des Harems und seiner Dienerinnen. Einen abstrakteren, auf den visuellen Reichtum des Maghrebs eröffnenden Blick lieferten Anfang des 20. Jahrhunderts dann Künstler des Expressionismus, die selbst vor Ort waren und die dortige Farbenpracht und Architektursprache in ihr Werk zu integrieren wussten (wie Henri Matisse, August Macke und Paul Klee). vhs.KulturKarten-Veranstaltung Weitere Informationen zur vhs.KulturKarte: www.vhs-kulturkarte.de
Design prägt unseren Alltag – ob Möbel, Typografie oder Mode. Von Bauhaus bis IKEA: Wir fragen, wie Design gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegelt und warum Alltagsgegenstände Kulturgeschichte schreiben.
Von antiken Marmorstatuen über barocke Brunnen bis zu zeitgenössischer Street Art – Skulpturen im öffentlichen Raum sind Spiegel gesellschaftlicher Werte. Welche Botschaften transportieren sie heute?
Die 1920er Jahre brachten Frauen neue Freiheiten – sichtbar in Mode, Möbeln und Typografie. Designerinnen wie Marianne Brandt oder Sonia Delaunay prägten das Bild der „Neuen Frau“ entscheidend. Doch ihre Entwürfe wurden oft unterschätzt oder männlichen Kollegen zugeschrieben. Wir fragen: Wie veränderten Frauen die Designgeschichte – und welche Spuren ziehen sich von den Avantgarden der Moderne bis zu zeitgenössischen Gestalterinnen?
Von römischen Inschriften über mittelalterliche Handschriften bis zu Bauhaus-Schriften und digitalen Fonts – Schriftgestaltung war nie nur Dekoration, sondern Ausdruck von Kultur, Macht und Identität. Welche Botschaften tragen Buchstaben im öffentlichen Raum, und warum prägt Typografie unser Denken mehr, als wir glauben?
Die Surrealisten suchten Zugang zum Traumhaften, Mythischen und Verdrängten. Von Dalí bis Tanguy: Wie verbinden sich psychologische Theorien, Poesie und bildende Kunst?
Im 17. und 18. Jahrhundert war es das wertvolle weiß-blaue Porzellan, das in den Niederlanden, aber auch in die europäischen Herrscherhäuser seinen Weg als Chinoiserien fand. So ließ August der Starke sein ab 1720 errichtetes Schloß Pillnitz vollständig in diesem Stil er- und einrichten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verlor sich die Faszination auch durch die Öffnung der Häfen Ostasiens. Aber mit und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg sollte die jahrhundertealte Formensprache in Architektur, Schrift und Malerei sowie die zen-buddhistische Geisteslehre vor allem für deutsche abstrakte Künstler Halt und Orientierung geben. vhs.KulturKarten-Veranstaltung Weitere Informationen zur vhs.KulturKarte: www.vhs-kulturkarte.de
Die Entwicklungsgeschichte des Impressionismus vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Lebens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts steht im Zentrum dieses Vortrags. Dieses Seminar macht Sie anhand von Bildern und Texten mit der Entwicklungsgeschichte der impressionistischen Malerei, vor allem aber auch mit dem Zeitkolorit des literarischen und gesellschaftlichen Lebens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vertraut. vhs.KulturKarten-Veranstaltung Weitere Informationen zur vhs.KulturKarte: www.vhs-kulturkarte.de
Von Aristoteles über Kant bis zu Adorno und Bourriaud – Theorien über Kunst spiegeln, wie Gesellschaft über Schönheit, Sinn und Zweck von Kunst nachdenkt. Wir gehen den Fragen nach: Was macht etwas zu Kunst? Wer entscheidet über Bedeutung und Wert? Und wie verändern sich diese Perspektiven im digitalen Zeitalter?
1910 malt Kandinsky das erste abstrakte Bild – ein Skandal. Abstrakte Kunst bedeutete, auf Gegenständlichkeit zu verzichten und neue Ausdrucksformen zu erfinden. Warum faszinierte und provozierte Abstraktion gleichermaßen?
Um 1850 widmete sich die Malerei und Bildhauerei nicht mehr nur bedeutenden Themen und Gestalten - nun wurden einfache arbeitende Menschen zu Motiven. Die mit der Industrialisierung aufkommenden neuen Materialien wie die Ölfarben aus der Tube, Pinsel verschiedener Breiten und kleinere Leinwände waren ideal, um sie direkt im Freien zu verwenden. Im ausgehenden 19. Jahrhundert hinterfragten Künstler wie Arnold Böcklin ihre Zeit, indem sie Themen nicht mehr für in sich geschlossene Bilderzählungen nutzen, sondern Geheimnisvoll-Verborgenes anklingen ließen. Und neben der inhaltlichen Aufladung sorgte kurz vor 1900 dann der Jugendstil für eine Aufwertung der handwerklichen Qualität. vhs.KulturKarten-Veranstaltung Weitere Informationen zur vhs.KulturKarte: www.vhs-kulturkarte.de