Stuttgarts Halbhöhenlagen – was kann es Schöneres geben? Prächtige Villen, ruhige Straßen, gepflegte Gärten und immer wieder Ausblicke sowohl in die Ferne als auch auf die Stadt. Unterhalb des Kräherwalds und der Feuerbacher Heide wirkt die Welt noch in Ordnung, während die hektische Innenstadt in weiter Ferne liegt. Bei unserem Spaziergang entdecken wir insbesondere das jüdische Leben in Stuttgart sowie die Villen und Häuser des jüdischen Architekturbüros Bloch & Guggenheimer. Den Abschluss bildet eine Fahrt mit der Bahn zur jüdischen Synagoge im Hospitalviertel, wo wir eine Führung erhalten. Während des Nachmittags erfahren wir viel über die Stadtgeschichte Stuttgarts, angereichert mit unterhaltsamen Anekdoten, Gedichten und Geschichten. Bitte beachten: Für die Synagogenführung ist ein Personalausweis erforderlich. Die Anmeldung muss mit einzelnen Namen erfolgen und männliche Teilnehmer müssen eine Kopfbedeckung mitbringen.
Stuttgart-Heslach war lange Zeit ein von Industrie und Verkehr geprägter Stadtteil. Wo heute hippe Cafés, kleine Geschäfte und sanierte Altbauten das Bild bestimmen, rauchten einst die Schornsteine der Fabriken, und durch den Stadtteil führte der dichte Verkehr der alten Verkehrsachsen Richtung Innenstadt und Süden. Im 19. Jahrhundert siedelten sich in Heslach zahlreiche Industriebetriebe an, darunter Papierfabriken, Textilunternehmen und Hersteller fotografischer Geräte. Viele Arbeiterfamilien lebten unter einfachen Bedingungen in dicht bebauten einfachen Wohnquartieren. Zu den bedeutendsten Unternehmen gehörte die Textilmanufaktur Benger & Söhne, die weit über Stuttgart hinaus bekannt war. Der Rundgang durch Heslach führt zu ehemaligen Fabrikstandorten, Arbeitern und Ordensschwestern im Stuttgarter Marienhospital. Ein besonderer Höhepunkt ist das Heslacher Stadtbad, ein sensationeller Bau der 1920er Jahre. Das damals hochmoderne Bad galt bei seiner Eröffnung als eine der größten und modernsten Schwimmbadanlagen Deutschlands.