Bevor sich Briefumschläge durchsetzten, wurden Schreiben durch kunstvolle Falt- und Verschlusstechniken gesichert – zum Schutz des Briefgeheimnisses und Ausdruck handwerklicher Raffinesse. Der Vortrag verbindet Postgeschichte, Materialität und historische Beispiele zu einem spannenden Blick auf Kommunikation vor dem digitalen Zeitalter und gibt Einblick in diese fast vergessene Kulturtechnik. In diesem Oktober werden zwei praxisorientierte Webinare angeboten, die diese kunstvolle Technik vermitteln: Letterlocking I: Die Kunst des historischen Brieffaltens Letterlocking II: Historische Briefschlösser – besonders raffinierte Falt- und Verschlussmethoden für geheime (Liebes-)Briefe
Dieser Workshop gibt Einblick in die Grundlagen einer faszinierenden historischen Verschlusstechnik. Mit einfachen Materialien entstehen gefaltete und gesicherte Briefe ganz ohne Umschlag – inspiriert von historischen Vorbildern aus mehreren Jahrhunderten. Sie lernen verschiedene Faltmethoden kennen und probieren diese direkt aus. Für dieses Webinar benötigen Sie folgendes Material: einige Seiten Din A4- und Din A3-Papier (Zeichenpapier, eher dünn), einen Klebestift, Flüssigklebstoff oder Express Holzleim, bunte Papierreste Schneideunterlage, Metalllineal, Bastelskalpell, dicke spitze Nadel oder Ahle, Stickgarnreste und, wenn vorhanden, ein Falzbein sowie ausgestanzte Papierkreise.
Das zweite Webinar zum “Letterlocking” vertieft die Kunst des sicheren Briefverschlusses mit besonders raffinierten Falt- und Verriegelungstechniken aus vergangenen Jahrhunderten. Anhand historischer Vorbilder entstehen kunstvolle „Briefschlösser“, die Geschick und Kreativität verbinden. Mit Schneiden, Falten, Nähen, und Versiegeln werden aufwändigere Sicherungsmethoden des Letterlockings praktische ausprobiert. Vorkenntnisse im detaillieren Papierfalten sind hilfreich aber keine Voraussetzung – Schreibtischlampe an, ausprobieren. Für dieses Webinar benötigen Sie folgendes Material: einige Seiten Din A4- und Din A3-Papier (Zeichenpapier, eher dünn), einen Klebestift, Flüssigklebstoff oder Express Holzleim, bunte Papierreste, Schneideunterlage, Metalllineal, Bastelskalpell, kleiner Schlitzschraubenzieher, dicke spitze Nadel oder Ahle, Stickgarnreste und, wenn vorhanden, ein Falzbein sowie ausgestanzte Papierkreise, Siegelwachs und Petschaft.
Diese Einführung zeigt, wie sich mit einfachen Werkzeugen und etwas Geschick reliefartige Prägungen in Papier herstellen lassen – ganz ohne professionelle Drucktechnik. Die Teilnehmenden entwerfen einfache Motive, fertigen Prägeschablonen an und lernen die leicht zugängliche Technik des manuellen Papierprägens kennen. Im Mittelpunkt stehen Materialerfahrung, feine Handarbeit und die kreative Wirkung von Licht, Struktur und Relief auf Papier.