2024 wurde der Neubau des Stiftungsgebäudes der Sammlung Froehlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seitdem bietet sich die Möglichkeit die vom Sammlerehepaar Anna und Josef Froehlich über viele Jahre hinweg erworbenen Kunstwerke zu betrachten und auch die Gelegenheit das gesamte Kunstgebäude kennen zu lernen. Während der Architekturführung erfahren Sie von der Entstehungsgeschichte des Baus, seiner Architektin, den besonderen stilistischen Merkmalen und dem außergewöhnlichen Energiekonzept. Sie lernen das Untergeschoss mit der Präsentation der Lichtkunst und den graphischen Arbeiten kennen, blicken im Erdgeschoss in das Schaudepot mit seiner Petersburger Hängung und verweilen abschießend im Obergeschoss im lichtdurchfluteten Konferenz- und Veranstaltungsraum mit Blick über die Dachterrasse in die kleine gärtnerisch gestaltete Freianlage. Die Gebühr ist die Aufwandspauschale der vhs., die Führung und der Eintritt sind kostenfrei.
Dieser Vortrag spannt einen inhaltlichen Bogen von der Stilllebenmalerei des Barock bis zur revolutionären Gestaltung der „Frankfurter Küche“. Essen ist nie nur Nahrungsaufnahme. Von opulenten Stillleben bis zur funktionalen Moderne zeigt sich die Tafel als Ort sozialer Ordnung, Macht und Inszenierung. Der Vortrag verbindet Kunst und Design und macht sichtbar, wie sich gesellschaftliche Werte im scheinbar Alltäglichen spiegeln.
Die Welt kennt Ronnie Wood als Gitarrist der Rolling Stones – doch lange bevor er die Bühnen der Welt betrat, war er Künstler. Nach seinem Kunststudium hielt er die Leidenschaft fürs Malen sein Leben lang aufrecht, parallel zu einer der größten Karrieren der Rockgeschichte. Die Ausstellung "Ronnie Wood. The Artist" im Neuen Kunstmuseum Tübingen zeigt eine andere Seite dieses außergewöhnlichen Mannes: Werke, in denen er sich mit den Alten Meistern auseinandersetzt – darunter Delacroix, Rembrandt und El Greco – und ihre Bildwelten in seiner ganz eigenen Handschrift neu interpretiert. Daneben präsentiert er Hommagen an die Ikonen der Rock- und Popmusik: von Elvis Presley bis Amy Winehouse. Das Neue Kunstmuseum Tübingen, das im Frühjahr 2025 eröffnete, schafft einen neuen Zugang zur Kunst und ist auch als Gebäude ein architektonisches Highlight. An diesem Abend haben Sie die exklusive Gelegenheit, die Ausstellung in einer Sonderführung außerhalb der Öffnungszeiten des Museums zu erleben.
Wie hat sich die monumentale Wandgestaltung von antiken Wandmalereien über barocke Deckenfresken bis hin zur digitalen Projektion gewandelt? Wände sind mehr als Begrenzung - sie werden zu Bildträgern. Von illusionistischen Fresken bis zu immersiven Projektionen zeigt sich, wie Räume durch Bilder erweitert und transformiert werden. Der Vortrag verfolgt, wie sich Techniken verändern und mit ihnen die Art, wie Geschichten im Raum erzählt werden.
Das SCHAUWERK Sindelfingen zeigt ab 27. September 2026 monumentale Skulpturen und Installationen der drei international erfolgreichen brasilianischen Künstler:innen Vivian Caccuri, Lucia Koch und Henrique Oliveira. Für die Ausstellung ANATOMY OF PRESENCE entstehen eigens für das SCHAUWERK neu konzipierte, großformatige Werke: von begehbaren organischen Strukturen, über eindrückliche Klangwelten bis zu immersiven Lichtinstallationen. Die drei Künstler:innen treten in einen direkten Dialog mit dem menschlichen Körper und verwandeln das Museum in eine vibrierende Landschaft sinnlicher, individueller und kollektiver Erfahrungen. Damit stehen sie in einer Tradition der Installationskunst, die sich in Brasilien seit den 1960er Jahren als eigenständige Form entwickelte. In einer zunehmend virtuellen Welt setzt die Ausstellung einen deutlichen Kontrapunkt: Sie lädt Besucher:innen zu einem Parcours ein, um die eigene Körperlichkeit und die Umgebung bewusst wahrzunehmen.
Mit der Industrialisierung verändert sich das Tempo der Welt. Neue Verkehrsmittel und technische Entwicklungen lassen Bewegung und Geschwindigkeit zu zentralen Themen werden. Der Vortrag zeigt, wie sich diese Erfahrung in Kunst und Fotografie niederschlägt und wie traditionelle Bildformen und Techniken ins Wanken geraten!
Dieses Gemälde ist eines der berühmtesten politischen Bilder der Kunstgeschichte. Im Zentrum steht die Frage, wie Jacques-Louis David sein Werk gezielt zur Heroisierung und ideologischen Inszenierung einsetzte. Anhand von Bildaufbau, Symbolik und historischem Kontext wird gezeigt, wie aus einem politischen Mord ein ikonisches Märtyrerbild der Französischen Revolution werden konnte.
Hart, ja steinig, war der Weg für talentierte Malerinnen, die vor 1900 häufig nur als Künstlertöchter die Chance hatten, eine solide handwerkliche Ausbildung zu erhalten. Anhand bedeutender Werke werden die Lebenswege, Konflikte und Ambitionen dreier außergewöhnlich begabter Künstlerinnen anschaulich: Anna Dorothea Therbusch (1721 als Lisiewska in Berlin geboren), Angelika Kauffmann (1741 in Chur zur Welt gekommen) und die Bekannteste unter den dreien: Paula Modersohn-Becker (geboren 1876 in Dresden). Ideelle und finanzielle Unterstützung waren für Künstlerinnen ihrer Zeit keineswegs selbstverständlich. Gesellschaftliche Erwartungen hielten Frauen vielfach in traditionellen Rollenbildern als Ehefrau, Hausfrau und Mutter gefangen und erschwerten ihre künstlerische Entfaltung erheblich. Nur die kinderlos gebliebene Angelika Kauffmann, die zunächst von ihrem Vater und später auch von ihrem Ehemann unterstützt wurde, gelang in London und zuletzt in Rom der Durchbruch. Die drei Künstlerinnen stehen exemplarisch für unterschiedliche Epochen und Orte, in denen ihnen der Zugang zu weiterbildenden Akademien, Ausstellungsbetrieben sowie zu offizieller Anerkennung durch Preise und Auszeichnungen lange Zeit stark erschwert oder ganz verwehrt blieb. vhs.KulturKarten-Veranstaltung Weitere Informationen zur vhs.KulturKarte: www.vhs-kulturkarte.de
Die Nacht ist lange ein Raum des Unbekannten - bis künstliches Licht sie verändert. Mit Gaslicht und Elektrizität entstehen neue Bilder der Stadt, neue Stimmungen und neue künstlerische Möglichkeiten. Besonders in der Malerei und der frühen Fotografie wird das Spiel von Licht und Dunkelheit zum zentralen Thema: flirrende Straßenlichter, tiefe Schatten, unscharfe Konturen. Der Vortrag zeigt, wie Künstler:innen die Nacht neu sehen lernen und wie Licht zum entscheidenden Gestaltungsmittel der Moderne werden soll.
Ein „Chamäleon der Kunst“ wird er genannt: Gerhard Richter setzt sich mit fotorealistischen Arbeiten auseinander, schafft abstrakte Farblandschaften u. v. m. und wechselt in seiner Malerei immer wieder Technik, Motive und Stil. Die Kunsthistorikerin Anette Ochsenwadel gibt in diesem Vortrag einen Einblick in das vielfältige Werk des 1932 in Dresden geborenen Künstlers, der sich über seine Malerei einmal wie folgt äußerte: „So war das Malen der Versuch, die Möglichkeit zu erproben, was Malerei überhaupt noch kann und darf.“ vhs.KulturKarten-Veranstaltung Weitere Informationen zur vhs.KulturKarte: www.vhs-kulturkarte.de
Skulpturen sind (meist) starr und können doch so voller Bewegung sein. Seit der Antike suchen Künstler:innen Wege, Dynamik im unbeweglichen Material sichtbar zu machen. Der Vortrag zeigt, wie sich Vorstellungen von Körper, Spannung und Bewegung verändern. … bis hin zu Werken, die sich tatsächlich bewegen.
Drei Künstler, drei Epochen, drei unterschiedliche Vorstellungen der biblischen Figur des David. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen Körperdarstellung, Ausdruck, Bewegung und der gewählte Moment im Kampf gegen Goliath. Ein kompakter Vergleich dreier Meisterwerke der europäischen Skulpturgeschichte.
Nicht jedes Werk strebt nach Perfektion. Skizzen, Fragmente und bewusst Unfertiges eröffnen eigene ästhetische Qualitäten. Von antiken Torsi bis zu modernen Prozessen wird sichtbar, wie das Unvollendete, das non finito, Spannung erzeugt und warum ausgerechnet das Offene und nicht fertige besonders eindringlich wirkt.
Als junger Mann brach Camille Corot im frühen 19. Jahrhundert mit den damals in Frankreich herrschenden Regeln der Malerei. In seiner Ausbildung lernte er sowohl die traditionelle Ateliermalerei als auch das unmittelbare Arbeiten in der freien Natur, die sogenannte „Plein-Air-Malerei“, kennen. Der poetische, zugleich realistische Grundton seiner Landschaften sowie die Innigkeit und Unmittelbarkeit, mit der er Menschen darstellte, machten seine Werke für viele Zeitgenossen zu einer wertvollen Inspirationsquelle. Darüber hinaus wurde Corot zu einem Wegbereiter der späteren Künstlergeneration der Impressionisten. Sein Einfluss ist dabei von großer Bedeutung: Camille Pissarro und Berthe Morisot wählten ihn als ihren Lehrer; bei Edgar Degas, Claude Monet und selbst Pablo Picasso stand Corot in hohem Ansehen. Entdecken Sie das Werk und das künstlerische Umfeld dieses herausragenden Künstlers. vhs.KulturKarten-Veranstaltung Weitere Informationen zur vhs.KulturKarte: www.vhs-kulturkarte.de
Der erste Blick entscheidet - manchmal zu schnell. Wahrnehmung folgt Mustern, Erwartungen und Routinen. Der Vortrag versucht, diese Prozesse sichtbar zu machen und zeigt, wie sich der eigene Blick verändern lässt. Ein Zugang zur Kunst, der weniger Wissen voraussetzt und mehr Aufmerksamkeit verlangt…
Esslingen am Neckar – einst Freie Reichsstadt und lange Zeit wirtschaftliche Konkurrentin der Residenzstadt Stuttgart – beeindruckt bis heute mit ihren gut erhaltenen Fachwerkhäusern, freiherrlichen Palästen und ehemaligen klösterlichen Pfleghöfen. Der Aufstieg Esslingens begann bereits im frühen Mittelalter. Der Legende nach brachte Abt Fulrad die Reliquien des heiligen Vitalis von Mailand nach Esslingen. Die Verehrung des Heiligen machte die Stadt zu einem wichtigen Wallfahrtsort und förderte ihren wirtschaftlichen Aufschwung. „Wenn der Pilger zu den Knochen tingelt, der Groschen in der Kasse klingelt!“ – das war der Beginn des Wohlstandes in Esslingen. Im Mittelalter entwickelte sich Esslingen zudem durch seine günstige Lage an bedeutenden Handelswegen zu einem florierenden Handelszentrum. Ab dem 13. Jahrhundert gewann auch der Weinbau zunehmend an Bedeutung. Zahlreiche geistliche Orden ließen sich in der Stadt nieder und auswärtige Klöster errichteten die bis heute erhaltenen Pfleghöfe zur Verwaltung ihrer Besitztümer und Weinberge. Während des Rundgangs erfahren wir zudem Wissenswertes über SchriftstellerInnen und DichterInnen, die mit Esslingen verbunden sind. Anschließend besuchen wir die Sektkellerei Kessler, Deutschlands älteste Sektkellerei. Bei einer Kellerführung erhalten wir Einblicke in die traditionelle Sektherstellung; ein Glas Sekt ist inklusive. Auf Wunsch Einkehr in die Gaststätte „Einhorn“. Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, ob eine Einkehr erwünscht (auf eigene Kosten).