Möbs, Bernd Kulturwissenschaftler
Stadtführer, Rezitator und Dozent in der Erwachsenenbildung, Geschichtsvermittler im Haus der Geschichte Baden-Württemberg
Stuttgart - die Stadt zwischen Wald und Reben! Ein Viertel der Fläche Stuttgarts ist bewaldet, besonders reizvoll sind die Hangwälder unterhalb des Fernsehturms. Von der Haltestelle "Stelle", die schon ein Stuttgarter "Casanova" liebte, geht es durch den Bopserwald, in dem die Herzogin Wera und der Dichter und Pfarrer Karl Gerok gerne herumflanierten. Im Bopserwald kündet ein Schillerstein vom ehemaligen Freilichttheater im Bopserwald, das über 20 Jahre die Stuttgarter mit eindrucksvollen Aufführungen begeisterte. Im ersten Weltkrieg hielt hier der prophetische Wanderprediger Gusto Gräser gedichtete Reden und Friedrich Schiller trug seinen Freunden in seiner Jugendzeit Proben aus seinem Drama "Die Räuber" vor. Sagen und Legenden ranken sich um die verschwundene Burg Weißenburg und ein Stuttgarter Architekt bekommt Besuch von seinem schreibenden "Mittwochsonkel". Gerne auf Wunsch danach Einkehr im Biergarten des beliebten Teehauses.
Ein unbekannter Park zwischen Stuttgart-West und Heslach bietet verwunschene Ecken, interessante Kulturgeschichte und ein "verzaubertes" Freilichtmuseum in einem Garten der Renaissance mit vielen Skulpturen und Resten von berühmten Gebäuden der Stuttgarter Geschichte. Hier befand sich auch die im 19. Jahrhundert berühmte "Silberburg" und ein Weinberg der Stadt Stuttgart. Der Chemiefabrikant und Inhaber der BASF in den 1870er Jahren, Gustav Siegle, baute sich seine pompöse Villa, von der nur noch der rätselhafte Athene-Brunnen zeugt. Die Villa Gemmingen, heute im Besitz der Freifrau von Tessin, zeigt sich aber weiterhin in ihrer ganzen Pracht. Im Lapidarium, einem Freilichtmuseum der Stadt Stuttgart, gibt es zum Abschluss noch eine zusätzliche Führung (im Preis inbegriffen).
Nach einem Begrüßungssecco führt die Tour von der Stuttgarter Weinlage "Obere Mönchhalde" mit tollem Rundumblick durch den Weinberg bis zur "Unteren Mönchhalde" mit seinen beeindruckenden Weinbergsmauern und einer ehemaligen Kelter. Der Weg in die Stadt führt über eine Staffel zum Kriegsbergturm, dem chinesischen Garten und dem Postdörfle. Die Wanderung endet in der Vinothek in der Breite Str. (Fahrt mit Bus, zusätzliches VVS-Ticket erforderlich). Bei einer Brezel werden zwei Stuttgarter Weine verkostet. Preis inklusive 1 x Secco, 3 x Wein, Wasser und Brezel.
inkl. 12,50 EUR für Weine und Brezel zzgl. VVS-Ticket
Vom Hegelhaus geht es durch die ehemaligen Vereinigten Hüttenwerke, dem Amüsierbezirk der 1950er bis 1970er Jahre. Dort spielten in den 1960er Jahren englische Beatbands wie "Casey Jones and the Gouvernors", indonesische Beatbands mit irren Gitarrenläufen und angeblich wurde hier schon der Punk vorweggedacht und gespielt. Später spielten schon in den 1970ern AC/DC im ehrwürdigen Gustav-Siegle-Haus. Wir schlendern kurz ins Bohnenviertel, bevor es Antipasti und ein Glas Wein im Lesecafé "Ché" gibt. Angedacht ist auch ein Infobesuch bei Ehrenamtlichen im "Hoffnungshaus", Café für die Armutsprostituierte, um Hintergründe über die Verhältnisse im Rotlichtmilieu zu erfahren.
Vor 100 Jahren sanierte Stuttgart auf Initiative des privaten Mäzens Eduard Pfeifer einen Teil seiner Altstadt. Es entstanden mittelalterlich anmutende Häuser, prächtige Giebelhäuser rund um den schmucken Geißplatz. Ein gelungenes, einheitliches Ensemble mit Märchenmotiven an den Fassaden, das weitgehend unbeschadet den Krieg überstand. Wir durchstreifen das Viertel und schauen uns die mit Figuren und Ornamenten reich verzierten Fassaden an, ein in Stuttgart eher seltener Anblick. Die Einkehr zum rustikalen "Schwabenbrunch" - oder auch ein anderes Gericht - im "Kachelofen" bildet den gemeinsamen Abschluss. Bitte geben Sie bereits bei der Anmeldung an, ob Sie mit einkehren.
Restaurantbesuch ist optional und nicht inklusive